HHM Lab 2 / Januar 2018

BIM und IoT im Open-Innovation-Format

 

 

BIM und IoT im Open-Innovation-Format

Eine Arbeitsgruppe am Innovationspark in Rotkreuz hat in einem Prototyp ein digitales Bauwerksmodell mit internetfähigen Gerätschaften verbunden. Der besondere Wert des Open-Innovation-Vorgehens liegt nicht alleine im funktionsfähigen Prototyp als Resultat, sondern vor allem im gemeinsamen Prozess und den gewonnenen Erkenntnissen. Die Beiträge der Beteiligten aus Unternehmen und Hochschule bauen auf einen unterschiedlichen Erfahrungshintergrund. Im Open-Innovation-Prozess wird dieses Potenzial bewusst genutzt, was die Einordnung von Technologien und ihren Konsequenzen ermöglicht.


Mit Building Information Modeling (BIM) und Internet of Things (IoT) sind zwei Begriffe im Fokus eines Innovationsprojekts im Innovationspark Rotkreuz, deren technologische Entwicklung breit diskutiert wird. Hinzu kommen täglich neue Informationen und Meinungen zu beiden Themenbereichen, die eine Fokussierung und Einordnung für Unternehmen nicht eben einfacher machen. In diesem Umfeld bietet es sich an, Erfahrungen im Kollektiv zu machen, um so Konsequenzen und Chancen für sein eigenes Unternehmen zu konkretisieren. Das Open-Innovation-Umfeld bietet sich dafür an.


PwC formuliert für das Jahr 2018 zehn Trends zur Künstlichen Intelligenz, darunter: «Digitale Zwillinge stabilisieren das Internet of Things (IoT).» Im Bauwesen wird in Zukunft jedes reale Gebäude am Ende des Planungsprozesses dank BIM über ein digitales Gebäudemodell, den digitalen Zwilling, verfügen. Das Ziel für den gemeinsamen Prozess lautete, in einem lauffähigen Prototyp (Showcase) IoT-Geräte mit dem digitalen Zwilling (BIM-Modell) zu verbinden und Geräteinformationen im Modell online zur Verfügung zu stellen. Um diese Herausforderung anzupacken, haben sich im Innovationspark Zentralschweiz sechs Unternehmen sowie die Departemente Informatik und Technik & Architektur der Hochschule Luzern zusammengetan und in Workshops den Prototyp mithilfe von zwei Studierenden realisiert. Der Prototyp wird in sechs Sprints vom Oktober 2017 bis März 2018 realisiert. Im Januar konnten in einem ersten Prototyp Daten von IoT-Geräten im BIM-Modell angezeigt werden.

 

Gemeinsam lernen

Ein Open-Innovation-Umfeld wie der Innovationspark in Rotkreuz schafft ein Setting, um gemeinsam mit Interessierten einer Thematik und ihren Möglichkeiten auf den Grund zu gehen. Eine wichtige Erkenntnis des Prozesses zeigt sich darin, dass ein eigenes Desk- oder Field-Research zu einem bestimmten Thema aufwendiger und gleichzeitig wohl weniger umfassend ausfallen würde. Von einem funktionsfähigen Prototyp, den man zusammen erstellt und der wichtige Aufschlüsse liefert, ganz zu schweigen. Im Vordergrund einer solchen Zusammenarbeit sind denn auch das gemeinsame Lernen und der Austausch. Geschäftsmodelle stehen in dieser ersten Phase noch nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, über Prototypen Hypothesen zu testen, zu verifizieren und daraus wichtige Erkenntnisse für sich und sein Unternehmen zu gewinnen. Das ist zweifelsohne gelungen.